Rainer Stegmann

klassische Gitarre/classical guitar

Rezension der CD ´Soundscapes II` in Gitarre & Laute online  www.gitarre-und-laute.de , 23. 9. 2011:

Rainer Stegmann: Soundscapes II
Guitar Musiuc by Brouwer, Takemitsu and Brindle
Soundscapes II, Guitar Music by Brouwer, Takemitsu and Brindle. Rainer Stegmann, Gitarre. GEN 11210, Genuin classics 2011
Erschienen 2011
GENUIN GEN 11210, im Vertrieb von Codaex
… ein Programm aus berührenden bis hin zu ergreifenden Stücken …
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Auf seiner zweiten Soundscapes-CD spielt Rainer Stegmann wieder Musik des 20. Jahrhunderts. Wieder Brouwer, und zwar seine „Cantilena de los bosques“, die noch ziemlich neu und ein Kind des 21. Jahrhunderts ist. Dabei ist Leo Brouwer ein Komponist, dessen künstlerische Entwicklung die Irrungen und Wirrungen des letzten Jahrhunderts widerspiegelt wie es auch sein Heimatland Cuba tut. Die sehr lyrische „Cantilena“ jedenfalls zeigt, dass Leo seinen Frieden gefunden hat, Frieden mit politischen und mit künstlerischen Revolutionen.

Drei Werke von Toru Takemitsu spielt Stegmann auf seiner CD: „Equinox“, „In the Woods“ und „A piece for guitar“. „In the woods“ spielt auch mit Waldstimmungen, nicht mit Waldromantik aber doch mit Bildern, wie man sie zu kennen glaubt. Keine Klischees! … und doch auch hier das sprachlose Aufgehen in Dimensionen wie Frieden, Ruhe … Unendlichkeit sogar? Takemitsu hat dieses Stück kurz vor seinem Tod und in dessen Bewusstsein geschrieben.

Und dann Reginald Smith Brindle. Seine „Etruscan Preludes“ beginnen mit einem Satz, der „con fuoco e passione“ überschrieben, der aber nur kurz, nicht mal eine Minute lang ist. Dann wird auch diese Musik nachdenklicher. Sostenuto. Aber sie entlässt ihre Zuhörer mit einem Paukenschlag, mit einem veritablen Finale. Von Smith-Brindle gibt es weiterhin „Four Poems of Garcia Lorca“ und seine „Sonata 3: The Valley of Esdralon“.

Rainer Stegmann hat für seine zweite CD ein Programm aus berührenden bis hin zu ergreifenden Stücken zusammengestellt. Sie alle sind von Komponisten, die für ihre Gitarrenmusik bekannt sind, und doch sind sie eher selten zu hören. Allein für die Werkzusammenstellung gebührt dem Interpreten Anerkennung und Dank. Hinzu kommt aber, dass er außerordentlich pfleglich mit den Werken umgeht. Er spielt „werkdienlich“ im eigentlichen Sinne des Wortes, komponiert nicht hinzu und stellt die Musik in den Vordergrund und nicht ihren Interpreten. Dass er hier die drei großen Werke von Reginald Smith-Brindle spielt, ist fast so etwas wie eine „Wiederentdeckung“ … und dass er sie jedem in voller Schönheit präsentiert, wird hoffentlich inspirieren!

 

Rezension der CD ´Soundscapes II` in der Mittelbayerischen Zeitung, 8.11. 2011:

 

Etruskische und biblische Klanglandschaften
Rainer Stegmann hat den zweiten Teil seiner „Soundscapes“ eingespielt.
VON GERHARD DIETEL, MZ

Vor knapp drei Jahren hat der in Regensburg ansässige Gitarrist Rainer Stegmann eine vielbeachtete CD-Einspielung vorgelegt, der nun eine zweite, inhaltlich verwandte und gleich betitelte folgt: auch in den eben erschienenen „Soundscapes II“ geht es wieder um „Klanglandschaften“, die der Künstler mit viel Feinsinn für Nuancen der Tonformung auf seinem In-strument vor dem geistigen Auge des Hörers erstehen lässt, unterstützt von einer Aufnahmetechnik, die dem Gitarrenklang intensive Präsenz verleiht. Wiederum hat Rainer Stegmann sich jenen Komponisten der Gegenwart und jüngsten Vergangenheit zugewandt, denen er sich besonders verbunden fühlt. Der Kubaner Leo Brouwer ist mit einer ruhig-meditativen „Cantilena de los Bosques“ vertreten, und der japanische Zeitgenosse Tore Takemitsu unter anderem mit seinen drei Stücken „In the woods“: Erinnerungen an die Waldgebiete Nordamerikas, in deren sparsam ausgehörten Tönen Klang und Stille für die künstlerische Botschaft gleichermaßen wichtig sind.

Eine ganz reale geographische Region schwebte dem britischen Komponisten Reginald Smith Brindle in seiner Sonate Nr. 3 vor: „The Valley of Esdralon“ ist das Porträt einer Ebene in Israel mit großer geschichtlicher Vergangenheit aus biblischen Zeiten. Echos einstiger Kämpfe meint man aus jenen Passagen der Komposition herauszuhören, in denen sich die Musik rhythmisch verdichtet und den Erregungspegel steigen lässt.

Eine phantasmagorische historische Landschaft betreten dagegen Smith Brindles „Etruscan Preludes“, welche die verschollene Kultur der in Mittelitalien ansässigen Etrusker mit einem eher spanisch anmutenden Gitarren-Idiom beschwören. Noch nachhaltigeren Eindruck hinterlassen die direkt der spanischen Kultur sich zuwendenden „Four poems of Garcia Lorca“ des gleichen Komponisten. Die Klänge dieser tönenden Gedicht-Interpretationen sind durchtränkt vom Geist des Flamenco und vereinigen in sich, wie Lorcas Lyrik, Beschwörung von Lebenssinnlichkeit und Todesahnung: so beinern klingen die auf den Gitarrenkorpus geklopften Rhythmen, dass es den Hörer frösteln macht.

 

Kritik des Konzertes ´Homenaje a Garcia Lorca` am 19.11. im Schloß Spindlhof in Regenstauf: bitte hier klicken

 

 

 

 

Rezension der CD ´Soundscapes` in Gitarre & Laute online 1-2009
www.genuin.de/pictures/88527_Rez_Gitarre+Laute-online_1-2009.pdf

Rezension der CD ´Soundscapes` vom 16.12.08  im Online-Magazin der neuen musikzeitung:  

www.nmz.de/online/nostalgische-klanglandschaften-der-gitarrist-rainer-stegmann-spielt-brouwer-und-domeniconi

Rezension der CD ´Soundscapes` vom 4.1.09 bei klassik.com:

magazin.klassik.com/reviews/reviews.cfm

 

 

 

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